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BLUTHOCHDRUCK

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BLUTHOCHDRUCK (HYPERTONIE)

Allgemeine Informationen zu hohem Blutdruck

Risikofaktor Bluthochdruck / Hypertonie

  • Bluthochdruck begünstigt Gefäßschäden und damit Erkrankungen wie Schlaganfall, Herzinfarkt, Nierenschwäche u.a.
  • Bluthochdruck verkürzt wegen der Gefäßschäden die gesunde Lebenszeit um Jahre.
  • Bluthochdruck führt über die Schädigung der Hirngefäße zur Demenz.

Zu hoher Blutdruck schädigt die Gefäße und verursacht nach Jahren Gefäßverschlüsse, Schlaganfällen und Demenz, Herzinfarkte und Herzschwäche, Nierenversagen und andere Organschäden.

Selbst bei "nur" leicht erhöhten Blutdruck-Werten ist das Risiko für einen Schlaganfall vier Mal größer als bei normaler Druckregulation. Wenn eine Hypertonie von Übergewicht, Bewegungsarmut, erhöhten Blutfetten oder Zucker-Stoffwechselstörungen begleitet wird, entwickeln sich Gefäß- und Organschäden schneller.

Je höher die Blutdrücke sind und je länger sie hoch bleiben, desto gefährlicher wird es. Wenn die Blutdrücke ständig über 200/120 mm Hg liegen, sollte nach einem Tag ein Arzt aufgesucht werden. Unbehandelt stirbt die Hälfte der Hypertoniker mit so hohen Blutdruck-Werten in ca. ½ bis 1 Jahr.

Wir leben so lange, wie unsere Gefäße Blut zu den lebenswichtigen Organen transportieren. Weil der Zustand der Gefäße von der Höhe des Blutdrucks abhängt, hängt auch unsere Lebenserwartung davon ab.

Zusammenfassung:

Hohe Blutdrücke verschleißen die Blutgefäße rascher. Unter erhöhtem Druck verlieren die Gefäßwände ihre Elastizität, sie werden steif und dick. Sie verkalken und verlegen sich, manchmal platzen sie sogar. Mit höherem Blutdruck nehmen die Lebenserwartung und die qualitätsreiche Lebenszeit drastisch ab.

Vorübergehende Blutdruckerhöhung: Wenn die Blutgefäße gesund sind, wie bei einem jungen Sportler, dann werden für kurze Zeit (Stunden) auch sehr hohe Blutdrücke (Werte über 220/120 mmHg) problemlos vertragen.

Normal ist die Blutdruckregulation, wenn von 30 in ruhiger Atmosphäre gemessenen Drücken weniger als die Hälfte über 130/80 mmHg liegen. Dabei ist es egal, ob die Drücke systolisch und/oder diastolisch erhöht sind.

Situation in Österreich – Epidemiologie

In Wien sammeln wir seit über 10 Jahren jährlich Blutdruckwerte und Daten über andere Gesundheitsrisiken von über tausend Personen. Daraus haben wir hochgerechnet, dass in Österreich über drei Millionen Menschen mit einem Hochdruck leben. Zwei Drittel der Österreicher wissen nicht, ob ihre Blutdrücke erhöht sind. Von denen, die sich auskennen und auch behandelt werden, hat nur jeder vierte einen normalen Blutdruck. Daraus folgt: In unserem Gesundheitssystem haben NUR 10% aller Hypertoniker normale Blutdruckwerte. Das heißt weiter: nur 10% der Schlaganfälle und Herzinfarkte, die verhindert werden könnten, werden auch tatsächlich verhindert!

Jährlich sterben 10.000 Menschen an Schlaganfällen und 29.000 an Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Mehr als die Hälfte aller Todesfälle in Österreich sind auf Schlaganfälle und Herzinfarkte zurückzuführen.

Ziel: normaler Blutdruck

Die Blutdruckregulation ist normal, wenn von 30 Messwerten weniger als die Hälfte über 130/80 mmHg liegen. Dabei ist es egal, ob einer oder beide Messwerte (systolisch und/oder diastolisch) erhöht sind.

Blutdruck messen ist kinderleicht. Die Blutdruckhöhe zu beurteilen ist, weil sich die Messwerte ständig ändern, für viele schwer. Jeder selbstmessende Patient erlebt das: selbst unmittelbar nacheinander gemessene Drücke sind ungleich. Wenn gleichzeitig rechts und links gemessen wird, sind Abweichungen bis +/- 10 mmHg normal. Bei gleichzeitiger Messung werden bei 20% der Hypertoniker Abweichungen von 10 bis 40 mmHg gemessen.

Weil sich die Drücke ständig ändern, sind zuverlässige Aussagen an Hand von Einzelmessungen nicht möglich. Für verlässliche, reproduzierbare Aussagen ist es notwendig, Mittelwerte zu berechnen. Bei den meisten Hypertonikern ist ein Mittelwert, der aus 30 Messungen errechnet wird, stabil und schwankt in einem Bereich von +/- 5 mmHg.

Blutdruckmessgeräte

Handgelenksmessgeräte

Es gibt hunderte unterschiedlich aussehende Blutdruck-Messgeräte. Neu sind Geräte, die jeden Messwert per Funk (Bluetooth oder Near Field) auf ein Smartphone übertragen (Medisana oder IHealth oder Withings). Die Werte werden im Smartphone oder in einer Cloud gespeichert, verrechnet und graphisch dargestellt.

Viele der Blutdruckmessgeräte, die sich im Design unterscheiden, sind aus gleichen Bauteilen aufgebaut. Das CE-Zeichen garantiert, dass die Geräte technisch genau messen. Damit wird aber nicht garantiert, dass auch bei jedem Menschen "richtige" Drücke gemessen werden. Außergewöhnliche Arme oder Handgelenke, Herzrhythmen oder Druckwellen oder Gefäßwände können zu Messfehlern führen. Daher soll über einen direkten Messvergleich sichergestellt sein, dass das eigene Selbstmessgerät die gleichen Daten liefert, wie das Gerät des beurteilenden Arztes.

Die wichtigste technische Voraussetzung für eine qualitativ wertvolle Messung ist die korrekte Verwendung des Gerätes. Dabei sind das Anlegen der Manschette und die Positionierung der Manschette im Raum unbedingt zu beachten.

 

Oberarmmessgeräte

Oberarmmessgeräte sind unbequemer und sperriger als Handgelenksmesser. Sie werden von den Ärzten bevorzugt, weil sie seltener falsch benutzt werden. Wichtige Voraussetzung für eine korrekte Oberarmmessung ist das richtige Anlegen der Manschette. Sie muss satt über dem Ellbogen angelegt werden und der Druckabnehmer soll kleinfingerseitig über der Arterie, zwischen Bizeps und Trizeps, positioniert werden.

 

Ernährung und Genussmittel

Die österreichische Normalkost ist ungesund. Ihre Salz- und Kalorienmengen führen bei einem Drittel der Menschen zu Bluthochdruck, Übergewicht und/oder Stoffwechselstörungen. Hypertoniker profitieren, wenn sie weniger Gesalzenes (Brot, Wurst, Käse) essen. Übergewichtige Personen profitieren zusätzlich, wenn sie abnehmen. Ein Frühstück mit gesalzenem Schinken, Käse und Gebäck kann auch durch ein diszipliniert gewähltes Mittag- oder Abendessen nicht ausgeglichen werden.

Fühlen Sie sich vor oder nach der Mittagspause frischer? Wer keinen Unterschied feststellen kann oder sich vor dem Essen besser gefühlt hat, hat seine Pausen falsch genützt. Versuchen Sie zumindest eine Woche lang folgende Pauseneinteilung:

  • ⅓ für Entspannung.
  • ⅓ für ein gemütlich verzehrtes kleines Mahl.
  • ⅓ für einen Spaziergang. Überprüfen Sie den Erfolg am Nachmittag. Tipps, um dem Salz auszuweichen
  • keine Fertigprodukte (Suppen, Saucen, etc.)
  • keine Wurstwaren, kein Käse
  • kein Salz für Beilagen (Nudel, Kartoffel, Reis, Gemüse) oder Salate
  • niemals die Speisenfolge mit Gesalzenem beginnen
  • Salz (wenn überhaupt) nur zum Würzen des Hauptgerichtes verwenden.

 

Kaffee und Tee

Kaffee- bzw. Tee machen geistig reger und steigern den Blutfluss. Bei den meisten Menschen steigt der Blutdruck nach Kaffee- oder Teegenuss nur unwesentlich.

Gelegentlich aber erhöht Coffein den Blutdruck unverhältnismäßig. Hypertoniker, die gerne Kaffee oder Tee trinken, sollten die Verträglichkeit selbst überprüfen: fünf Mal vor dem Kaffee oder Tee trinken und fünf Mal eine Stunde nach dem Kaffee oder Tee trinken Blutdruck messen. Sind die Werte um weniger als 20 mmHg angestiegen, ist der Einfluss von Kaffee oder Tee nicht beachtenswert.

 

Alkohol

Ein bis zwei Getränke pro Tag erweitern die Gefäße, senken den Blutdruck und verlängern das Leben. Wenn keine unerwünschten Nebenwirkungen auftreten, können kleine Mengen Alkohol eine positive Wirkung haben.

Ab mehr als drei Getränken täglich oder bei einer erhöhten Empfindlichkeit fördert Alkohol die Entwicklung des Bluthochdruckes. In Österreich dürften 10% des Bluthochdrucks alkoholbedingt sein.

Die persönliche Blutdruckantwort auf Alkohol (innerhalb von Stunden und am nächsten Tag) sollte mit der Selbstmessung überprüft werden.

Herzrhythmusstörungen: Der Genuss von Wein, Bier oder Schnaps kann Herzrhythmusstörungen auslösen.

 

Nikotin

Rauchen schadet den Gefäßen. Gefäße von Hypertonikern werden stärker und rascher geschädigt. Frauen, die zur Empfängnisverhütung die Pille einnehmen und rauchen, haben außerdem ein erhöhtes Thromboserisiko.

Rauchen und Bluthochdruck sind global die häufigsten Todesursachen! Daher sollten sich Hypertoniker stets für das Nichtrauchen entscheiden.

 

Bewegung und Stress

Bewegung

Zur Bluthochdruck-Behandlung wird auch regelmäßiges Ausdauertraining empfohlen. Bei mittlerer Trainingsintensität sinken die Blutdrücke um 3 bis 8 mmHg. Das Ausmaß der Druckminderung beträgt etwa 2/3 des Effekts einer mittleren Dosis eines blutdrucksenkenden Medikamentes.

Die Trainingsdauer sollte 30 bis 45 Minuten betragen, die Intensität sollte mittelschwer sein, Trainingsfrequenz: zumindest drei Mal pro Woche. Mittlere Intensität bedeutet: während des Trainings ist die Atmung vertieft, aber ein Gespräch ist noch gut möglich. Der Puls liegt zwischen 110 und 130 Schlägen pro Minute. Nach 10 bis 15 Minuten beginnt man zu schwitzen.

Bei jeder sportlichen Aktivität steigt der Blutdruck. Das Ausmaß des Druckanstieges hängt von der Sportart und dem Ausmaß der körperlichen Anstrengung ab. Sportarten, die mit einem starken Druckanstieg einhergehen, sind für Menschen mit Bluthochdruck schlechter als Ausdauersportarten.

  • Geeignete Sportarten: Wandern, Rad fahren, Laufen, Tennis, Golf
  • Ungünstige Sportarten: Stemmen, Bodybuilding

 

Stress

Stress erhöht den Blutdruck. Wenn der durch Stress überhöhte Blutdruck mit dem Ruheblutdruck verwechselt wird, wird die Blutdruckhöhe überschätzt. Bei Hypertonikern steigt der Blutdruck auf höhere Werte, denn sie starten von einem erhöhten Druckniveau und ihr Druckanstieg ist größer.

Eine einfache Stressbekämpfung könnte wie folgt versucht werden: Zuerst die Stressoren analysieren: Man schreibt eine Liste seiner Stressauslöser. Dann wird jeder Auslöser mit einer Note zwischen 1 und 5 bewertet (1 - kaum der Rede wert - 3: mäßig empfundener Stress - 5: außerordentlich großer Stress).

Wenn man alle persönlichen Stress-Situationen aufgelistet und bewertet hat, gilt es, die direkten persönlichen Folgen jedes einzelnen Stressors zu bewerten, denn Stress entsteht zu 80% im eigenen Kopf!

Überlegungen zum Stressor: Was habe ich wirklich geleistet? Erwarte ich zu viel von mir? Was glaube ich, dass meine Umwelt von mir erwartet und was erwartet meine Umwelt wirklich von mir? Was kann ich ändern? Was will ich ändern?

Kurzentspannung: Dauer 5 Sekunden

Eine einfache Übung, die jederzeit durchgeführt werden kann:

  1. Tief einatmen und dabei die Schultern hochziehen.
  2. Den Atem kurz anhalten.
  3. Langsam fließend und vollständig ausatmen und dabei
    die Schultern ganz schwer senken.

Die Übung wird mit der Formel Ich bin ganz ruhig und einigen langsam fließenden Atemzügen abgerundet.

 

 

 
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